Das wiedergefundene Ehrenmal - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Das Jahr 2017
Kaiser Joseph II
Das wiedergefundene Ehrenmal

Der Gedenkstein war unter Wurzeln begraben

Im Herbst 2007 suchte ein junger Mann im Militärgebiet des Truppenübungsplatzes Hradiste nach Pilzen. Er entdeckte nahe des ehemaligen Totzau einen Stein mit einer Inschrift. Die Wurzeln der jahrzehnte alten Eschen waren darüber gewachsen. Der überwiegende Teil Steines war dadurch verdeckt.

Joachim Baldauf seinerzeit wohnhaft in Konstanz ist Schöpfer mehrerer Gedenkstätten im Erzgebirge (Stülpnersteine  bei Reizenhain und Chistofhammer und der Gedenkstätte "Altes Zollhaus" bei Rübenau) Er nahm sich der Sache an. Mit Axt, Motorsäge und Kran rückte man der Sache zu Leibe.
Es stellte sich heraus, daß der Gedenkstein zu Ehren Kaiser Josefs II errichtet wurde.  Das aus mehreren Granitblöcken bestehende Denkmal wurde mit dem LKW abtransportiert.
Aus der Rekonstruktion ergibt sich eine Höhe von etwa 2,70 Meter. Den oberen Abschluß bildete vermutlich eine Kugel mit etwa 50 cm Durchmesser.

Die Inschrift lautet:

Dem großen , unvergeßlichen
Kaiser Josef II
für Aufhebung
der Leibeigenschaft
aus Dankbarkeit  gewidmet
von den Bewohnern
der Gemeinden
Totzau, Hermersdorf,
Petersdorf u. Tunkau

Durch diesen Fund geht dieses wertvolle Denkmal uns und der Nachwelt nicht mehr verloren.

Joseph II
Der spätere Kaiser Joseph II. erblickte am 13. März 1741 als erster Sohn und viertes Kind Maria Theresias und ihres Gemahls Franz Stephan von Lothringen, der als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (Römisch Deutscher Kaiser) war, in Wien das Licht der Welt.
Auf ihn geht das 1781 verfaßte Toleranzpatent für die Glaubensfreiheit zurück. Dieser kaiser hatte gerade für die Kronländer Böhmen und Mähren entscheidende Fortschritte durchgesetzt.. Er war in den Randgebieten die Symbolfigur der Deutschliberalen geworden und war der erste Monarch, der sich der Gleichheit aller Menschen verpflichtet fühlte. Bei der größten europäischen Hungerkatastrophe setzte er den Anbau von Kartoffeln durch. Bis dahin wurde nur Getreide angebaut. Das war ein Segen für die Gebirgsbewohner. In dieser Zeit führte er auch die Schulordnung ein und schaffte die Leibeigenschaft ab.
Er befreite per Toleranzpatent die Protestanten, Juden und Griechisch Orthodoxen und förderte den Obstanbau. Das spiegelt sich noch heute in den reichlich am Erzgebirgsrand gedeihenden Obstsorten wieder. Dieser "kaiserliche Pfadfinder" war seiner zeit im Denken etwa 100 Jahre voraus, doch der Adel konnte ihn nicht verstehen.
Nach den militärischen Erkundungsreisen wurden im böhmischen Erzgebirge ihm zu Ehren viele Denkmäler erbaut. Im Wiener Reiss Journal von 1779 findet man Ostböhmen, Schlesien, Erzgebirge, Komotau, Postelberg, Kaaden, Preßnitz, Weipert bis Eger verzeichnet. Bestimmt hat Josef II auch das Duppauer Gebirge besucht. Das gefundene Ehrenmal könnte aus der Zeit um 1800 stammen. Es könnte sein, daß es nach dem 1. Weltkrieg durch die "Abrechnung " mit der Monarchie gestürzt wurde.
Das wiedergefundene Ehrenmal
Unter Wurzeln begraben
"Poco adagio" aus dem
Kaiserquartett von
Joseph Haydn
 
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