Geschichte der Touristik im Erzgebirge - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Geschichte der Touristik im Erzgebirge

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Geschichte der Touristik
im Erzgebirge
Der Erzgebirgsverein in Komotau und Görkau

Der Bergsegen im Erzgebirge lag um 1880 längst darnieder. Die Silber- Erzflöze waren abgebaut und die Bevölkerung mußte sich nach neuen Erwerbsquellen umsehen. Es waren zunächst Handarbeiten, wie Holzschnitzerei, Gorlnähen und Klöppeln, die eingeführt wurden. In Sebastiansberg und Gabrielahütten bestanden Eisenhütten, die den Einwohnern Einkommen verschafften. Ringsum bestand die Gegend aber noch aus undurchdringlichen Wäldern. Touristen, die das schöne Gebirge erkundeten gab es wenige, denn außer der alten Reichsstraße gab es kaum Verkehrswege ins und übers Gebirge.
Andere deutsche Gaue, wie der Harz und die Alpenregion, hatten die Vorteile des Fremdenverkehrs längst erkannt.
Um das Jahr 1870 empfahl der Präsident des „Zentralkomitees zur Förderung der Erwerbstätigkeit der böhmischen Erzgebirgsbewohner“ in Prag, Richard von Dotzauer, Touristen in das Erzgebirge zu lenken und trat für die Gründung von Gebirgsvereinen ein. August Weymann, einst Bezirksschuldirektor der Bezirke Brüx und Komotau, griff diese Idee und gründete mit Hilfe der Stadtverordnetenversammlung in Görkau im Jahre 1879 den ersten „Erzgebirgsverein“ in Böhmen. Ihm folgten bis 1881 sechs weitere. Alle sieben Vereine schlossen sich 1882 zu einem Verband zusammen, welcher in den folgenden Jahren de Namen öfters wechselte. 1889 erhielt er den endgültigen Namen „ Nordwestböhmischer Gebirgsvereins- Verband“. Sein endgültiger Sitz war Teplitz.

Um die Erschließung unseres heimischen Erzgebirges hat sich der „Komotau- Görkauer Erzgebirgsverein“ unvergängliche Verdienste erworben. Mit ehren sei deshalb auch an folgende Männer gedacht:

Postverwalter Watzka
Professor Alois Schmidt
und Karl Jentscher.

Gangbare Wege, an den Ausgangspunkten aufklärende Markierungen,unterwegs untrügliche Wegbezeichnungen, Auskunftsstellen, alles zuverlässige Führer, lassen die Touren durch unser herrliches Erzgebirge weniger beschwerlich erscheinen, und die Schönheit der Natur lohnt jede Mühe.

Bei Komotau galt es, das Grundtal entsprechend dem Fremdenverkehr nutzbar zu machen. Das Grundtal, das Tal des Assigbaches, war allerhöchst nur über kleine Saumpfade zu Fuß zu erreichen. Dennoch gab es hier bereits die 3 Grundmühlen, welche Sägefunktionen hatten. Vom Gröllbach, einem linken Nebenbach des Assigbaches ist rege    Flößertätigkeit nachgewiesen. Der Gröllbach hatte deshalb auch den Namen „Neuhauser Flößbach“.
Für den Erzgebirgsverein galt es nun, ein neues Wegenetz zu schaffen. Das geschah in völliger Eigeninitiative der Mitglieder, die jeden Moment Freizeit in diese Aufgabe steckten.
Es geschah aus Liebe zur Natur, diese zu schildern und für die deutsche Heimat zu entflammen. Der Gründungsobmann Alois Schmidt war Professor der Lehrerbildungsanstalt in Komotau. Von ihm ist sein tragisches Ende in mehrfachen Presseartikeln böhmischer Zeitungen überliefert:

Die Egerer Zeitung und Budweiser Zeitung berichten fast gleichlautend:

Ein verunglückter Hochtourist.

Der 2865 Meter hohe Triglav, höchster Berg Sloweniens, ist neuerdings (1885) Schauplatz eines Touristenunglückes gewesen, welchem der Komotauer Professor Alois Schmidt zu Opfer fiel. Dieser war ein geübter Tourist,der alljährlich größere Hochgebirgstouren zumeist alleine unternahm. Er war von Lengenfeld (Oberkrain) aus aufgebrochen. Die Ursache des Unglücks scheint der Umstand gewesen zu sein, daß der Verunglückte bei seinen wissenschaftlichen Forschungen ungestört sein wollte. Er hatte es auch diesmal unterlassen, sich eines Führers zu bedienen und in Unkenntnis der Wege an eine Stelle geriet, an der er zum Absturz kam. Professor Alois Schmidt, der am 30. Juli vom Fuße des Triglav ausging, wurde am Abend um 22 Uhr von zwei Arbeitern eine Stunde unterhalb des Maria Theresia- Schutzhauses, mit dem Kopfe voran,halb im Schnee vergraben, tot aufgefunden. Die Leiche zeigte starke Kopfwunden und starke Hautabschürfungen am Knie. Die Stelle, an der er verunglückte gilt als ungefährlich, da man die Schneefläche umgehen kann. Der Weg auf den Triglav stellt praktisch in Begleitung eines Führers keinerlei Gefahr dar.
Obmann Schmidt stand im 43. Lebensjahr und war unverheiratet. Er hatte sich die Erschließung des Erzgebirges zur Aufgabe gemacht. Er war zuerst in Mies und Prag als Lehrer und schließlich in Komotau als Professor der naturwissenschaftlichen Fächer tätig. Er erfreute sich eines umfassenden Wissens und war wegen seines liebenswürdigen Wesens allseits sehr beliebt.
Schmidt´s sterbliche Überreste sollten auf Wunsch seines Vaters in Komotau beerdigt werden, sind aber aus unbekannten Gründen in Lengenfeld verblieben. Alois Schmidt ist also dort beerdigt.

Die Reize des Erzgebirges mögen in der Schilderung einiger besonders anziehender Punkte ihre verdienten Würdigung finden:

1. Das Grundtal                              6. Der Brunnersdorfer Bach
2. Das Töltschtal und Biela             7. Die Hatschka
3. Das Aubachtal                             8. Die Natschung
4.Der Alaunsee                               9.Die Schwarze Pockau


Kallich
Komotauer Talsperre
im Tal des
Neuhauser Flößbaches
Rodenau
Die Moritz- Talsperre
bei Kunnersdorf
Das einstige Schmidt- Denkmal
Die abgefräste Spitze desselben.
Unweit der ersten Grundmühle im Assigbachtal stand das "Schmidt Denkmal". Zu seiner Einweihung im Jahre kamen Delegierte des Nordwestböhmischen Gebirgsvereinsverband, vom Töplitzer Zweigverein und Schmidt´s Schüler von der Komotauer Lehrerbildungsanstalt. Das Denkmal besteht aus einem Granitwürfel, der auf der Vorderseite einen Metallkranz und die Widmungsworte trägt. Auf dem Granitwürfel erhebt sich ein Obelisk mit einem in Bronze gegossenen Bild Schmidt´s. Das Denkmal ist 5 Meter hoch und steht auf üppig überwucherten Findlingen. So stand das Denkmal bis nach der Vertreibung. Heute findet man nur noch die abmontierte Spitze desselben. Daneben das Denkmal eines anderen Herren, den wir nicht kennen.
Kienhaid
Die Burgruine Hassenstein
Petsch; im
Hintergrund Kraftwerk
Brunnersdorf
Wallfahrtskirche Quinau
 
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