Quinau, Märchen im Erzgebirge |
Wallfahrt nach Quinau
Eine
Tradition über Jahrhunderte ist wieder im Gange |
Mitten im Erzgebirge, etwa
sechseinhalb Kilometer nördlich der Kreisstadt Komotau, liegt, wie ein Märchen mitten in
der Landschaft, der Marienwallfahrtsort Quinau. Es hat nicht den Bekanntheitsgrad
von Maria Kulm im Egerland oder Mariaschein, dem Sitz des bischöflichen Priesterseminars
bei Graupen. Trotzdem zog Quinau vor der Vertreibung zur Wallfahrerzeit sehr viele
gläubige Christen an, welche zur Verehrung der Gottesmutter von weither wallfahrteten. |
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Die Marienerscheinung von Quinau |
Lange verschwieg Josef sein Geheimnis. Doch dann erkrankte er schwer. Im Delirium verriet er, was er erlebt hatte. So erfuhr die Öffentlichkeit von seinem Erlebnis. Man suchte und fand in der Felsennische am Berg das Marienbild. Der Knabe äußerte den Wunsch, zum Bilde getragen zu werden. Dies geschah am 4. September 1342. (Über eine Heilung schweigt sich die Legende aus.) |
Der Hochaltar während der Wallfahrerzeit |
Die heutige Madonna |
Dieses Heiligenbildchen fand sich in allen unseren Gebetbüchern |
Der Bauer, bei dem der Hirtenknabe beschäftigt war, nahm das Marienbild mit in sein Haus und legte es in eine Schublade. Doch tags darauf war es verschwunden. Nach längerem Suchen fand man es an der ursprünglichen Stelle in der Felsennische wieder. Dieses Ereignis wiederholte sich mehrfach. Man wollte im Dorfe ein Kapelle bauen. Doch über Nacht war das Baumaterial sich oben am Berge wieder. Dies wiederholte sich mehrmals. Die Gläubigen sahen darin schließlich einen Fingerzeig Gottes, dass die hl Jungfrau oben am Berg den Kapellenbau wünschte. Mit Erlaubnis des Grundstücksbesitzers, Graf Gallus Babelus von Lobkowitz, wurde schließlich die Kapelle oben am Hügel gebaut. |
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Ende des 16. Jahrhunderts
feierte man das erste Messopfer in der kleinen Kirche. Da geschah auch schon das erste
Wunder. Ein Blinder erlangte seine Sehkraft zurück. Daraufhin wurde die Kirche zum
Wallfahrtsort. Die Marienfigur erhielt in der Wallfahrtszeit ihren Platz am Hochaltar.
Nach der Messe stand sie dann zur Verehrung auf der Kommunionbank. Die Gläubigen
berührten ihr Festgewand und spendeten einen Obolus. |
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1674 wurde die Kapelle um das Kirchenschiff erweitert und eine Orgel angeschafft. Zehn Jahre später baute man den schönen barocken Turm an. Danach folgte eine Außentreppe, die von den Gläubigen den Namen "Rosenkranztreppe" erhielt. Diesen Namen hat sie heute noch. Die Anzahl der fünfzig Stufen entsprechen genau einem Rosenkranz. |
Verehrung durch die Gläubigen |
Die Kirche befindet sich in einem
kritischen Zustand |
Auf der Treppe besteht höchste Unfallgefahr |
So zogen die Wallfahrer
singend und betend die Treppe hinauf zu Maria von Quinau. Jede Prozession umrundete
dreimal die Kirche und zog dann in die Kirche. An den Wallfahrtssonntagen, den drei ersten
im Juli, hielt meist der Pfarrer von der Außenkanzel, hinter der Kirche, seine
"Bergpredigt". Ein Außenkapellchen war überladen mit Votivgaben. Am meisten
war der gerahmte Spruch "Maria hat geholfen" zu sehen, mit einer Danksagung für
Linderung oder Heilung eines bestimmten Leidens. Dutzende von brennenden Kerzen ließen
die Temperatur im Sommer stark ansteigen und machten in dem kleinen Raum das Atmen schwer. |
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Die Prozession führte immer
die Muttergottes- Figur der heimischen Kirche mit. Die Figur sollte die Kraft der Mutter
von Quinau mit nach Hause nehmen. Am Fels hinter der Kirche stand in einer Nische eine
weitere Marienfigur. Dort entspringt auch eine Quelle. Die Gläubigen füllten das Wasser
in mitgebrachte Flaschen für zu Hause ab. Die Mutter wusch mit dem Wasser den Kindern die
Augen aus. Das sollte vor Augenkrankheiten schützen. |
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Als älteste Wallfahrer sind Prozessionen aus Eidlitz, Krima, aus Sonnenberg, Weipert, Platz, Preßnitz, Schmiedeberg, Görkau, Brunnersdorf und natürlich aus der Kreisstadt Komotau bekannt. |
St. Mariahilf in Trutzhain (Oberhessen) |
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Nach der Wende, Anfang der 90er Jahre, zogen auch in Quinau wieder Wallfahrer den Berg hinauf. Am Nachmittag der drei Wallfahrtssonntage im Juli finden sogar deutsche Messen statt. Die Geistlichen der katholischen Gemeinden im benachbarten Sachsen Olbernhau, Zöblitz und Marienberg fanden sich zur gemeinsamen Konzelebration der hl .Eucharistie mit den Pfarrern aus Komotau und Görkau zusammen. |
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Schließlich
gab der tschechische Staat im April 2008 die Wallfahrtsstätte Quinau in die Hände des
zuständigen Pfarramtes Jirkov/ Görkau zurück. |
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Das gesamte Wallfahrerareal
benötigt dringend vielfältiger Arbeiten der Instandsetzung. Am dringendsten sind die
Reparaturen des Außenbereiches. Die extremen Wetterverhältnisse des Gebirges kennen
keine Gnade. So wurden 2008 die Dachbalken erneuert und Anfang 2009 das Dach teilweise neu
eingedeckt. Es sollen der Außenputz, die Stuckdecke, die Elektroinstallation, die
Entwässerung und Sanitäranlagen folgen. Dies sind nur wenige Beispiele der vielfältigen
Aufgaben. Das katholische Pfarramt Jirkov/ Görkau nennt in seinem Kostenvoranschlag eine
Summe von über 3,6 Mio. tschechischen Kronen. Das sind etwa 160.000 Euro. Das scheint
aber stark untertrieben zu sein. Selbst wenn man die niedrigen Arbeitslöhne in der
Tschechei berücksichtigt, liegen die voraussichtlichen Kosten um ein Vielfaches höher.
Hinzu kommt noch, dass die Infrastruktur des nahen Dorfes Quinau extrem ungünstig ist. Es
gibt heute dort weder ein Gasthaus noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Die
Wallfahrer bringen ihre Brotzeit mit und sitzen, umgeben von den geparkten Autos, auf der
Wiese unterhalb der Kirche. Natürlich nur bei günstiger Witterung. |
Die Wallfahrtskirche Quinau
ist auf Ihrer Aller Spenden angewiesen.
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Bischof Msgr. Jan Baxant von Leitmeritz |
Sehen Sie nun Bilder dieses denkwürdigen Tages:
![]() Quinau am 12.7.2009 |
![]() Der Bayreuther Wallfahrer Emil Ficker |
![]() Ortsobmann Helmut Mürling begegnet Bischof Msgr. Jan Baxant an der Rosenkranztreppe |
![]() In Erwartung des Bischofs |
![]() Bischof Baxant zählt die Stufen der Roesnkranztreppe. Zehn Stufen ergeben ein Rosenkranzgesetz |
![]() Der Bischof zieht ein |
![]() Msgr. Baxant freut sich |
![]() Beweihräucherung des Altares |
![]() Die Orgel- Empore |
![]() Das Gotteshaus war gut besetzt |
![]() Andenkenverkauf |
![]() Der Andenkenladen hat ein neues Plastikdach |
![]() Auch die Kirche ist neu eingedeckt |
![]() Hinten aber sieht es noch wüst aus |
![]() Begrüßung der Gläubigen |
![]() Während der Predigt |
![]() Verehrung der Gottesmutter |
![]() Segen mit der Madonnenstatue |
Die Wallfahrerallee |
![]() Bischof Baxant kommt durch die Wiese |
![]() Im Kapellchen kommen wieder die Wasserflecken durch |
![]() Das Wallfahrerkreuz |
![]() Die Rosenkranztreppe ist noch in marodem Zustand |
Erstmals im Verkauf: Eine Wallfahrerkerze mit der Aufschrift: "Königin des Erzgebirges" und "Quinau" |
Gesang von der Orgelempore: "Wenn ich ein Glöcklein wär..." Bitte auf das Bild klicken |