Der 1902 errichtete Neubau der Staatsgewerbeschule in der Waisenhausstraße |
Die Staatsgewerbeschule in Komotau |
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Obiges Bild zeigt das im Schuljahr 1926/27 um ein Obergeschoß und das ausgebaute Dachgeschoß vergrößerte Schulgebäude. |
| Am 16.7.1874 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für den Bau eines ebenerdigen Schulgebäudes an der Prager Straße. Die Pläne für den Schulbau stammten von dem Bau- und Maschineningenieur Christian Theodor Reuter, einem gebürtigen Schleswig- Holsteiner. Er wurde auch zum ersten Direktor der Lehranstalt ernannt. | |||||||
| Vormittags fand der theoretische Unterricht statt, Mathematik, Physik, Maschinenkund, konstruktives Zeichnen, Freihandzeichnen, Rundschrift und Englisch. Am Nachmittag war praktischer Unterricht: Modelltischlerei,- dreherei, Schlosserei, Schmiede, Eisendreherei und Gießerei. Die Erfolge waren so groß, daß nach anfänglicher Voreingenommenheit, bald viele Kreise des Kleingewerbes sehr gerne Absolventen der Schule einstellten. | |||||||
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| Unter Bürgermeister Anton Schiefer erfolgte der Neubau der Staatsgewerbeschule. 1901 begann das Komotauer Unternehmen C.John mit dem nach Plänen des Wiener Architekten Pasdirek - Coreno. Am 16.9.1902 konnte der Unterricht aufgenommen werden. Der neugeschaffene elektrotechnische Kurs war sofort stark besucht. Die organisatorische Ausstattung dieses Kurses war Ministerialrat Dr. Adolf Müller zu verdanken. Die Einrichtung der Werkstätten und Laboratorien wurde Prof. Ing. Wilhelm Hönig aus Wien übertragen. Er unterrichtete auch für einige Jahre an der Schule. | |||||||
| Am 1.1.1909 erhielt die Schule offiziell den Namen Staatsgewerbeschule. Der neue Direktor Hugo Lipowsky führte die Fächer Bürgerkunde, Gewerbehygiene und Tschechisch ein. Im Jahre 1916 kam neben dem normalen Schulbetrieb noch das Fach "Invalidenschulung" hinzu. Die Kriegsbeschädigten des 1. Weltkrieges sollten eine entsprechende Schulung erhalten, durch Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Die Kurse waren nach Art der Behinderung und Vorbildung ausgerichtet. | |||||||
| Neben der eigentlichen Invalidenschule gab es noch die Orthopädische Invalidenschule, die dem Komotauer Bezirkskrankenhaus angeschlossen war. Die Erfolge waren gut. Die Behinderten gingen ausnahmslos mit unbeugsamem Willen und eisernem Fleiß an ihre Arbeit, und standen vielfach in ihrer Leistung einem Nichtbehinderten in keiner Weise nach. | |||||||
| Wegen der politischen Neuordnung wurde die Schule zur tschechoslowakischen Staatsanstalt. Am 27.6.1924 verfügte das Ministerium die Errichtung einer Höheren Gewerbeschule für Elektrotechnik . Der Andrang war so groß, daß die Hälfte der Bewerber abgewiesen werden mußte. Die Führung des Titels "Ingenieur" war den Absolventen untersagt. Dieser Titel war Hochschulabsolventen vorbehalten. Das Wirtschaftsministerium konnte allerdings den Titel nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit den Absolventen der Staatsgewerbeschule verleihen. | |||||||
| Nach Anschluß des Sudetenlandes 1938 wurde der Tschechischunterricht abgeschafft. Die Schulen hießen fortan Ingenieurschulen. 1945 wurde die Staatsgewerbeschule, wie alle deutschen Schulen als deutsche Bildungseinrichtung aufgelöst. |