Görkau - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Görkau

Die Stadt Görkau wurde im Jahre 1269 gegründet. Sie ist die Nachbarstadt von Komotau, und ist nur 4 km entfernt. Görkau liegt auf einer Meereshöhe von 310 Metern am Fuße des Erzgebirges und am Fluß Biela.
Der Stadtname stammt von einem Jägersmann namens Georg, dessen Behausung in der Nähe des späteren Weinortes gestanden haben soll und dessen zugehöriges Waldrevier nach seinem Namen "Georgsau" benannt wurde. Daraus entstand dann später die Bezeichnung "Görkau".
Im Jahre 1585 übergab Christoph von Karlowitz das Baurecht an die Bürger, führte auch das "gemeine Sachsenrecht" ein und übergab die Gerichtsbarkeit den Bürgern der Stadt. Von Kaiser Maximilian II auf dem Prager Schloß am Sonnabend nach dem Fronleichnamstag 1570 erfolgte die Bestätigung der Freiheiten und Privilegien.
Die Herrschaft von Rothenhaus kam 1579 an Bohislav Felix von Hassenstein und Lobkowitz. Er stiftete 1582 das Jesuitencollegium in Komotau. Zwischen 1269 und 1848 bestand ein Untertänigkeits-
Rothenhauser Straße
und Schutzverhältnis zu Rothenhaus. Görkau, seit dem 14. Jahrhundert Markt, besaß im 15. Jahrhundert ein ausgeprägtes Zunftw
Der Stadterhebung durch König Wladislaw II im Jahre 1507 folgte der Bau von Stadtmauern, die aber im 19. Jahrhundert wieder beseitigt wurden. Görkau hatte einen ausgedehnten Handel mit Alaun, der aus dem 1554 eröffneten Bergwerk gewonnen wurde.
Bereits um 1500 bestand eine Schule, im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstanden mehrere Schulen.
Die Stadtkirche St. Ägidius geht auf die Zeit um 1300 zurück; beim Neubau von 1538 wurden alte Teile mit einbezogen. Die Die St. Anna Kapelle auf dem Friedhof
bestand schon vor 1695. Die protestantische Kirche wurde 1861- 1868 errichtet, die Synagoge zwischen 1846 und 1847. Der um die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Wehrturm , Erbauer Sebastian von Weitmühl, blieb als Stadtturm neben der Kirche erhalten. Neben alten Häusern (16.-18.Jahrhundert) sind einige Barockstatuen erwähnenswert. Die kostbarste ist die Mariensäule bei der Pfarrkirche, ein Werk von Johannes Brokoff (1695).
Unter der Stadt dehnen sich große Keller aus, die frühe den brauberechtigten als Gärkeller dienten (105 Abteilungen). Das Görkauer Bier war weltbekannt. Es wurde bis Konstantinopel verschickt. Das im seit 1443 bestehenden Brauhaus hergestellte Bier war das Lieblingsgetränk Kaiser Rudolf II.
Das Stadtmuseum (seit 1922) beherbergte heimatkundliche Sammlungen für Görkau und Umgebung, auch Zeugnisse über die seit dem 16. Jahrhundert bestehenden zwei Papiermühlen.
Görkau hatte eine bedeutende Textilindustrie (Baumwollspinnereien) Spitzen-, Stickerei- und Plüscherzeugung.
Maschinenwerkstätten, Drechslereien, Mühlen, Zementwaren, Buchdruckerei, Getreide- und Holzhandel. Zahlreiche Obstgärten lieferten erstklassiges Obst. Görkau diente als Sommerfrische.
Aus der Stadt stammten der Generalauditor Joseph Mathes (* 1806, geadelt 1873), der Opernsänger Franz Hienl (*1838) und der Botaniker P. Dominik Thiel O.Cist. ( 1833- 1898), Angehöriger des Stiftes Osseg, in Komotau als Gymnasialprofessor wirkend.
Görkau hatte 1930 (mit Hannersdorf, Kaitz, Neuhaus, Ojes und Weingarten) 7286 Einwohnwer, davon 6711 Deutsche.
Straßen führen über Udwitz nach Komotau, über Kaitz nach Brüx, über Kunnersdorf- Eisenberg nach Oberleutensdorf, über Rothenhaus nach Hannersdorf und Göttersdorf, über Pirken nach Platten.
1871 wurde die Eisenbahnstrecke Dux - Komotau der A.T.E. und 1872 die Bodenbacher- Dux Bahn dem Verkehr übergeben.
Görkau hatte drei Plätze, den Markt-, den Kirchen- und den Holzp
Auf dem Stadtturm wurde über der Fahne 1582 ein "Stern über dem Halbmond" errichtet, weil um 1581 Maximilian II erhebliche Siege über die Türken errungen hatte. Im Jahre 1588 fand der verhängnisvolle Faschingszug statt, nach dem die Pest ausbrach, die viele Einwohner dahinraffte.



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