Ing. Stanislav Ded nicht mehr Museumsdirektor in Komotau - Der Sudetendeutsche Heimatkreis Komotau

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Ing. Stanislav Ded nicht mehr Museumsdirektor in Komotau

Stanislav Déd
Stanislav Déd auf dem
Komotauer Bundestreffen in Erlangen
Ing. Stanislav Ded nicht mehr Museumsdirektor in Komotau
Diese Nachricht wird unsere Landsleute und Leser überraschen, wie auch wir es waren.
Stanislav Ded steht im 72. Lebensjahr – für viele Menschen ein Alter um in Rente zu gehen, beziehungsweise man wird in Rente geschickt. Aber nicht ganz so verhielt es sich in diesem Falle.
Herbert Marsch und
Stanislav Déd in der
Komotauer Stube

Der Bezirk Aussig, zu dem auch das Museum Komotau gehört, hat insgesamt fünf verdiente Leiter von Museen und Galerien in Nordböhmen zum 30. September abberufen, mit der Begründung, man wolle eine andere Richtung einschlagen. Was steckt dahinter? Tatsache ist, die politische Spitze in Aussig ist stark kommunistisch ausgerichtet und deren Einstellung zu den Sudetendeutschen ist hinlänglich bekannt. War Ded zu deutschfreundlich? War seine Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München einigen Tschechen ein Dorn im Auge? Dazu kommt der Vorwurf, er habe beim rotchinesischen Staatsbesuch im April 2016 die Tibetfahne gehisst.

Die Position des Museumsdirektors in Komotau wurde neu ausgeschrieben und Ing. Stanislav Ded bewarb sich wieder um diese, seine alte Stelle. Er wurde von der Auswahlkommission als Sieger bewertet, jedoch die politische Spitze des Bezirks Aussig ernannte ihn nicht, sondern entschied sich für die Zweitbeste, Marketa Prontekerova aus dem Komotauer Rathaus, bisher für Sport und Kultur zuständig.
Ing. Stanislav Ded war seit dem Jahre 2001 der Leiter des Museums in Komotau. Er hat sich ein großes Wissen über Kultur und Geschichte
Stanislav Déd mit Gattin
Deutschneudorf
angeeignet, über die Geschichte Komotaus und seinen Menschen. Die Tätigkeit in einem der besten Museen Böhmens, wo es nur deutschsprachige oder lateinische Dokumente und Bücher gibt, brachte ihn schließlich dazu, sich mit der sudetendeutschen Frage zu befassen. Das Eintauchen in die deutsche Geschichte bis hin zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung, änderte seinen Blick in Achtung für die Landsleute sowie einer grundsätzlichen Ablehnung der Vertreibung. Sein Bemühen galt fortan, zu einer dauerhaften tschechisch-deutschen Beziehung in einer bürgerlichen Gesellschaft beizutragen.
Wir Komotauer Landsleute sind dankbar, dass
Dir. Ded sich unserer Geschichte und Kultur so intensiv angenommen hat. Es gäbe vieles zu berichten. Einiges , wollen wir aufzeigen:
Im Jahre 2003 Teilnahme an der Einweihung unserer „Gedenkstätte 9. Juni 1945“ in Deutschneudorf mit Überbringung eines Gefäßes Erde vom Komotauer Hauptfriedhof und vom Jahnspielplatz. Wird seither in der Stele aufbewahrt.
Im September 2007 wurde der Gedenkstein für uns deutsche Komotauer auf dem Komotauer Hauptfriedhof würdig eingeweiht. Ing. Ded war maßgebend an der Verwirklichung beteiligt und
Ausstellung 2007
"Damals in Komotau"
führte sämtliche Verhandlungen an unserer Stelle mit der Stadt Komotau, einschließlich der Textgebung auf der Tafel.
Bei unseren Bundestreffen in der Patenstadt Erlangen hat er immer teilgenommen, so auch beim Gedenken für die Toten an unserem Ehrenmal.

In Komotau hat Ing. Ded in den zurückliegenden Jahren über 40 Ausstellungen, davon über die Hälfte deutschen Themen gewidmet. Dies betraf im Besonderen Komotauer Ereignisse und Persönlichkeiten. Wir erinnern uns an:


2002 – Komotau 750 Jahre Stadtgeschichte mit Schenkungsurkunde des Deutschen Ordens.

- Komotauer Persönlichkeiten – Porträt von 200 Persönlichkeiten, die die geistige Atmosphäre der Stadt prägten

2003: Nordböhmische Landesschau in Komotau 1913

- Alte Schule- 200 Jahre Gymnasium in Kaaden

2006: Theodor Veidl, ein tragisches Schicksal des 20. Jahrhunderts

- Prof. Dr. Franz Josef Ritter von Gerstner zum 250. Geburtstag

2007: Damals in Komotau, Deutsche und Tschechen im Mai und Juni 1945

- Lois Zimmermann, zum 75. Todestag des Erzgebirgsmalers

Komotauer Bürgermeister Dr. Ernst Storch zum 70. Todestag

2009: 150. Gründungstag der Komotauer Uhrenfabrik Kienzle

2010: Helmuth Hellmessen, Grafisches Werk

- Wir leben zusammen, Komotauer Minderheiten stellen sich vor

- Auf den Spuren der Volksfrömmigkeit in Nord- undSüdböhmen

2013: Anton Enders, zum 90. Geburtstag, Komotauer Komponist

2014: Alter Martius, Geologe, Sammler und erster Geologe

2015: Cechy/Böhmen – domov und Heimat,

- Rothenhaus und Buquoys, Große Persönlichkeiten aus Rothenhaus

2017: Hans Kudlich – der Bauernbefreier

- Fahne für Tibet, Ausstellung im Rahmen der internationalen Kampagne für Menschenrechte in Tibet.
Man kann mit Recht feststellen, Ing. Ded hat die deutsche Kultur und Stadtgeschichte aus dem Archiv des Museums hervorgeholt und die Vertreibungsereignisse den heutigen Bewohnern Komotaus und den Besuchern aufgezeigt, deren Geschichtsbild damit erweitert wurde. Des weiteren gab er einige zweisprachige Publikationen heraus, insbesonders zu den Ausstellungen und hielt zahlreiche Vorträge. In den letzten Jahren initiierte er im Regierungsrat für nationale Minderheiten Lösungsstrategien für die Rettung der deutschen Gräber und ist Co-Autor des Handbuches für Gemeinden zur Pflege der historischen Friedhöfe. Ebenso war er aktiv bei der Wiederherstellung von sakralen und Kriegerdenkmälern im Heimatkreis und darüber hinaus beteiligt.

Ing. Ded pflegte den Kontakt zu uns deutschen Komotauer Bürgern, dem Heimatkreis und der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München. Es ergab sich eine gute Zusammenarbeit, vor allem auch mit Frau Dr. Finger, der Sudetendeutschen Heimatpflegerin. Gemeinsam wurden Projekte, wie die beiden Veranstaltungen MONUMENTA in Komotau zur Rettung von Kulturdenkmälern und verschiedene Autorenlesungen, ausgerichtet.
Dieser Beitrag in der Heimatzeitung soll unsere geschätzte Anerkennung für seine Tätigkeit ausdrücken. Wir hoffen und sind sicher, dass Ing. Stanislav Ded weiterhin für Kulturaufgaben zur Verfügung stehen wird.

Hedwig Gemmrig


Ing Déd hat eine neue E_Mail Adresse:


 
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